Messen und Kalibrieren von Steuergeräten
Bei der Entwicklung eingebetteter Software werden die Einstellungen von Mikrocontrollern an die Anforderungen angepasst.In der Industrie wird diese Anpassung häufig als Kalibrierung bezeichnet: Dabei handelt es sich um einen iterativen Prozess, bei dem Parameter während der Laufzeit geändert werden. Dies macht eine flexible Änderung ohne Modifikation des Quellcodes möglich. Mit Messungen wird das geänderte Systemverhalten erfasst
Highlights
- Optimierter Prozess: Eine Lösung von der Funktionsentwicklung über Software-in-the-Loop und Rapid-Prototyping bis hin zu Prüfstandsanwendungen, Funktionstests und Testfahrten.
- Flexible Skalierung: Neben den Steuergerätedaten auch synchron Daten aus ADAS-Sensoren oder physikalische Messgrößen erfassen.
- Effiziente Abläufe: Standardisierte Datenformate, Support verschiedener Hardware und die Integration cloudbasierter Anwendungen vereinfachen Prozesse und das Arbeiten in großen Teams.
Schnittstellen zu Bussen und ECUs
Für den Zugriff auf Steuergeräte und Fahrzeugnetzwerke stehen leistungsfähige Hardware-Lösungen zur Verfügung: Neben der Kommunikation über CAN, CAN FD, LIN oder Ethernet ermöglichen spezialisierte Mess- und Kalibrierinterfaces den direkten Zugriff auf interne Parameter über Debug- und Mikrocontroller-Schnittstellen.
Dabei kommen anpassbare Adapterlösungen zum Einsatz, die auf unterschiedliche Mikrocontroller-Architekturen ausgelegt sind. Die Folge ist ein effektiver Zugriff auf Mess- und Kalibrierdaten bei minimalem Einfluss auf das Laufzeitverhalten des Steuergeräts.
Messen und Kalibrieren von HPCs und Zonen ECUs
Der Übergang von traditionellen Fahrzeugarchitekturen zum Software-Defined Vehicle verändert die Art und Weise, wie Steuergeräte der nächsten Generation gemessen und kalibriert werden. Die Zonen ECU-/HPC-Architektur hat direkten Einfluss auf Messung und Kalibrierung. Es erfolgt der Zugriff auf Daten in Controllern, in Prozessoren und auf die Interprozess-Kommunikation. Die dazu notwendigen Messkonzepte unterscheiden sich stark von typischen AUTOSAR basierten ECUs.
Datenbeschreibung für Steuergeräte-Zugriff
A2L-Beschreibungsdateien erlauben den Zugriff auf steuergeräteinterne Größen über symbolische Namen. Sie sind elementarer Bestandteil jeder Mess- und Verstell-Operation über das XCP-Protokoll. Eine ASAP2-Beschreibungsdatei (auch A2L genannt) enthält alle Informationen über die relevanten Datenobjekte im Steuergerät, wie beispielsweise Parameter, Kennfelder, reale und virtuelle Messgrößen, Strukturen und Variantenabhängigkeiten. Für jedes dieser Objekte werden Informationen wie Speicheradresse, Ablagestruktur, Datentyp und Umrechnungsvorschriften zur Wandlung in physikalische Einheiten benötigt. Darüber hinaus beinhaltet eine A2L-Datei die Parameter für die Kommunikation zwischen CANape und dem Steuergerät.
Rapid Prototyping
Testen Sie mittels Rapid Control Prototyping Regler-Algorithmen schnell und effizient, ohne die gesamte Software des Steuergerätes austauschen zu müssen. Das gilt nicht nur für den Einsatz realer Steuergeräte, sondern ebenso bei virtuellen ECUs. Dafür können Teile des Regel-Algorithmus (Bypassing) oder der gesamte Steuergeräte-Code (Fullpassing) auf einer zusätzlichen Hardware gerechnet werden.
Diagnose und Flashen
Bei der Entwicklung von Diagnosefunktionen im Steuergerät spielt der Diagnosetest eine bedeutende Rolle. Der Aufruf der Funktionen erfolgt einfach über die Diagnosefenster in CANape. Die Ausgangsparameter lassen sich wie Messsignale erfassen und in den entsprechenden Anzeigefenstern über die Zeit darstellen. Die Eingangsparameter können wie Kalibrierparameter eingefügt und verändert werden. Bei Parameteränderungen wird die entsprechende Diagnosefunktion im Steuergerät ausgeführt. Während der Steuergeräte-Kalibrierung dient das Flashen sowohl der Aktualisierung der Applikation als auch dem Anpassen der Parameter.

