vSECC.InPlug
vSECC.InPlug ist ein Hardware-Controller-Board, das im DC-Ladestecker installiert wird und die Funktionalität des Supply Equipment Communication Controller (SECC) von der Ladestation in den Stecker verlagert. Dadurch werden Kabelwege von bis zu 100 Metern zwischen Leistungselektronik und Ladepunkt möglich - gegenüber der üblichen Grenze von 7,5 Metern. So lassen sich Ladepunkte praktikabel in größerer Entfernung zu ausgelagerter Leistungselektronik positionieren. Unterstützt ISO 15118-20, IEC 61851 und OCPP. Entwickelt für Depotbetreibende und Ladeinfrastrukturhersteller, die Overhead-Dispenser, großflächige Ladezonen und Installationen realisieren, bei denen Leistungselektronik und Ladepunkt nicht am selben Ort stehen können.
Kommunikation im Stecker. Steuerung im Schaltschrank.
vSECC.InPlug löst die Distanzbegrenzung von Kabeln, indem Kommunikationshardware in den Stecker verlagert wird, während die Steuerungsarchitektur an einem Ort bleibt.


Board-Position
Das vSECC.InPlug-Board wird am vorderen Ende des Ladekabels im Stecker montiert. Es übernimmt die steckerseitige Kommunikation für DC-Laden. Entlang des Kabelwegs ist keine zusätzliche Hardware erforderlich. Die Kommunikationslogik sitzt am Kabelabschluss und erhält die Signalqualität unabhängig von der Distanz zum Leistungselektronik-Schaltschrank.


Zentrale Steuerung
vSECC.InPlug ersetzt vSECC nicht. Sitzungsmanagement, Protokollhandling, Steuerung der Leistungselektronik und OCPP-Backend-Kommunikation bleiben bei vSECC. vSECC.InPlug ist ausschließlich für die steckerseitige Kommunikationsebene verantwortlich. Diese Trennung hält die Steuerungsarchitektur an einem Ort und ermöglicht zugleich die räumliche Trennung von Stecker und Leistungselektronik. vSECC ermöglicht skalierbare Architekturen durch Unterstützung mehrerer vSECC.InPlug-Einheiten.


Kabelreichweite
Wenn vSECC.InPlug die Kommunikation im Stecker übernimmt, können Leistungselektronik und vSECC dort installiert werden, wo es die Standortinfrastruktur erfordert. Kabellängen von bis zu 100 Metern verbinden das zentrale System mit jedem Stecker und beseitigen die Einschränkung, Leistungselektronik und Stecker in konventionellen DC-Ladearchitekturen gemeinsam platzieren zu müssen.
Typische Deployment-Szenarien
vSECC.InPlug ist für jede Ladeinstallation relevant, bei der Ladepunkt und Leistungselektronik nicht am selben Ort stehen können oder sollten.
Heavy-Duty-Depots
Elektrobus- und Truck-Depots laden viele Fahrzeuge gleichzeitig an verteilten Parkpositionen. Das Depotlayout wird durch Fahrzeugabmessungen und Betriebslogistik bestimmt - nicht durch Kabelrouting. Mit vSECC.InPlug sitzen Leistungselektronik und vSECC an einem Ort, während Ladestecker über Kabelwege bis 100 Meter an jedem Stellplatz platziert werden. Das Depotlayout treibt das Infrastrukturdesign.




Containerisierte Ladeinfrastruktur
Leistungsmodule für große Ladeinstallationen können in einem zentralen Container gebündelt werden. vSECC.InPlug stellt die steckerseitige Kommunikation für jeden vom Container versorgten Ladepunkt bereit. In Kombination mit Smart Power Distribution und matrixgeschalteten Leistungsmodulen bündelt diese Architektur die gesamte Leistungshardware und verteilt Ladepunkte über den Standort. Leistungsmodule werden aktiven Sitzungen dynamisch zugewiesen.
Shared-PE-Ladeparks
Ladeinstallationen in Industrieanlagen, Parkhäusern oder Standorten mit begrenztem Kabelrouting können Leistungselektronik oft nicht an jedem einzelnen Ladepunkt aufnehmen. vSECC.InPlug macht diese Architektur umsetzbar, indem es die steckerseitige Kommunikation unabhängig vom Standort der Leistungselektronik übernimmt. Standortplanende führen Kabel zu den Steckerpositionen, die der Betrieb erfordert, während Leistungshardware dort platziert wird, wo die Infrastruktur es erlaubt.




Erweiterte Kabelreichweite für übergroße Fahrzeuge
In Anwendungen wie Bodenladen für Flugzeuge oder Laden von Schiffen verhindert die physische Größe des Fahrzeugs, dass die Ladebuchse nah an der Ladestation positioniert wird. vSECC.InPlug ermöglicht längere Kabelwege bei zuverlässiger Kommunikation - auch in ansonsten konventionellen Standalone-Ladearchitekturen. Der Stecker kann dadurch flexibel relativ zum Fahrzeug platziert werden, unabhängig vom Standort der Ladestation.
Wie vSECC.InPlug mit vSECC integriert wird
vSECC.InPlug arbeitet ausschließlich in Kombination mit vSECC. Die Architektur wird durch die Kommunikationsschnittstelle zwischen beiden Komponenten und das Mapping zwischen Controller-Instanzen und vSECC.InPlug-Einheiten definiert.
1 : 1
Die aktuell unterstützte Konfiguration ist ein 1:1-Mapping zwischen vSECC und vSECC.InPlug. Jeder Ladepunkt mit vSECC.InPlug benötigt eine dedizierte vSECC-Instanz. Sitzungsmanagement, Protokollhandling und Steuerung der Leistungselektronik werden vollständig von vSECC übernommen. vSECC.InPlug übernimmt die steckerseitige Kommunikation für diesen einzelnen Ladepunkt.
1 : 4
Eine 1:4-Architektur ist für ein zukünftiges Release geplant. Ein vSECC wird bis zu vier vSECC.InPlug-Einheiten managen. Das reduziert die Anzahl der benötigten Controller-Instanzen für Multi-Connector-Installationen und senkt die Hardwarekosten pro Ladepunkt in Depot-Deployments mit vielen Ladepositionen. Der zentrale Controller übernimmt Sitzungs- und Protokollmanagement für alle vier Stecker.
Smart Power Distribution
OPTIONALE ERWEITERUNG
vSECC.InPlug kann mit Smart Power Distribution kombiniert werden. In dieser Konfiguration werden Leistungsmodule über eine Matrixschaltarchitektur verbunden und aktiven Ladesitzungen dynamisch zugewiesen. Leistungsmodule können zentral in einem Container installiert und über alle verteilten Ladepunkte gemeinsam genutzt werden. vSECC.InPlug stellt an jeder Position die steckerseitige Kommunikationsbrücke bereit.
vSECC als erforderliche zentrale Komponente
ARCHITEKTURVORSAUSSETZUNG
vSECC.InPlug kann nicht ohne vSECC eingesetzt werden. vSECC bleibt der maßgebliche Controller für jede Ladesitzung: Er managt den Protokollstack, steuert die Leistungselektronik, übernimmt OCPP-Kommunikation und orchestriert den gesamten Ladevorgang. vSECC.InPlug erweitert die physische Reichweite dieser Architektur, ohne Steuerungslogik zu ersetzen.
Wer arbeitet mit vSECC.InPlug?
vSECC.InPlug adressiert zwei unterschiedliche Integrationspfade: Steckerhersteller, die Kommunikationshardware in ihre Produkte integrieren, und Infrastrukturbetreibende, die Shared-PE-Ladeinstallationen aufbauen.
Steckerhersteller
Vector stellt keine Ladestecker her. Steckerhersteller können das vSECC.InPlug-Board direkt in ihr Steckergehäuse integrieren, um intelligente DC-Ladestecker mit integrierter Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln. Die Kommunikationshardware wird als Board-Level-Komponente bereitgestellt. Steckerkonstruktion, mechanische Integration und Thermomanagement bleiben beim Hersteller.
Infrastrukturbetreibende und Systemintegratoren
Infrastrukturbetreibende und Systemintegratoren, die Shared-PE-Ladeinstallationen aufbauen, können vSECC.InPlug als steckerseitige Kommunikationskomponente innerhalb eines vSECC-Systems nutzen. Gemeinsam mit Steckerherstellern, die das Board integriert haben, lassen sich Ladestandorte entwickeln, bei denen die Platzierung der Leistungselektronik unabhängig von der Position der Ladepunkte ist.
Die Softwareebene für vSECC.InPlug
Die Funktionen von vSECC.InPlug werden über die vSECC Software umgesetzt. vSECC Software übernimmt alle für elektrisches Laden erforderliche Kommunikation: Fahrzeugkommunikation, Backend-Management, Steuerung der Leistungselektronik und Integration von Peripheriegeräten. Das Linux-basierte System unterstützt Remote-Softwareupdates über OCPP und ermöglicht damit Standardkonformität und Funktionserweiterungen über die Produktlebensdauer.
Ladestandards
Alle relevanten DC-Ladekommunikationsstandards werden unterstützt, darunter ISO 15118-2/-3, ISO 15118-20 mit Plug & Charge und DIN SPEC 70121.
Remote Updates
Softwareupdates über OCPP ermöglichen es, Standardkonformität über die Produktlebensdauer ohne Hardwareänderungen zu erhalten. Eine Weboberfläche unterstützt Gerätekonfiguration, Logfile-Analyse und PLC-Tracing.
Backend und Flotte
OCPP 1.6, OCPP 2.0.1 (IEC 63584) und OCPP 2.1 (in Entwicklung) für Ladestationsmanagement. VDV 261-Unterstützung für Flottenbus-Vorkonditionierung. MQTT für Statusinformationen an lokale Displays und Monitoring.
Wie passt vSECC.InPlug in die Produktfamilie?

LADESTATIONSCONTROLLER
vSECC
Erforderlicher zentraler Controller für alle vSECC.InPlug-Deployments. Übernimmt den vollständigen Sitzungs- und Protokollstack für DC-Laden. In Shared-PE-Architekturen managt vSECC Leistungselektronik und Ladesitzungen, während vSECC.InPlug die Kommunikation im Stecker übernimmt.

STECKERKOMMUNIKATIONSCONTROLLER
vSECC.InPlug
Kommunikationscontroller-Board für DC-Ladestecker. Wird im Steckergehäuse montiert und ermöglicht Kabelwege bis zu 100 Metern von ausgelagerter Leistungselektronik zum Ladepunkt. Arbeitet ausschließlich mit vSECC. Entwickelt für Heavy-Duty-Depotladen und Shared-PE-Architekturen.
AKTUELLE AUSWAHL

LADE-, LAST- UND ENERGIEMANAGEMENT
vCharM
Lade-, Last- und Energiemanagement für Standorte jeder Größe. Arbeitet oberhalb der Hardwareebene, die durch vSECC und vSECC.InPlug definiert wird. Managt anhand betrieblicher Anforderungen und Standortleistung, welche Fahrzeuge wann und mit welcher Leistung laden.
Für kompakte AC- und DC-Ladepunkte sowie Wallboxen stellen vSECC.single und vSECC.single Board denselben Ladekommunikationsstack in Formfaktoren für Single-Connector-Anwendungen bereit. Für High-Power-Anwendungen unterstützt vSECC.MCS Megawattladen. vSECClib stellt den Ladeprotokollstack für Hersteller bereit, die eigene Controller-Hardware verwenden.
Verwandte Produkte und Themen
vSECC
Der erforderliche zentrale Controller für alle vSECC.InPlug-Deployments. Übernimmt DC-Ladesitzungsmanagement, den vollständigen Protokollstack, Steuerung der Leistungselektronik und OCPP-Backend-Kommunikation. Die Basis jeder Shared-PE-Architektur mit vSECC.InPlug.
Ladeinfrastruktur skalieren
Abdeckung von Shared-PE-DC-Ladearchitekturen, Smart Power Distribution und standortweitem Power Management für Flottendepots und hochverdichtete Ladeinstallationen. Der Anwendungskontext für vSECC.InPlug-Deployments.
Ladeinfrastruktur entwickeln
Controller und Software für die Entwicklung von AC-Wallboxen, AC- und DC-Ladestationen, HPC-Systemen und MCS-Laden. Deckt die vollständige vSECC-Produktfamilie, vSECClib und EVSE-Integrationspfade sowie ausgewählte Validierungswerkzeuge ab.




